Vorteile
- Gleichmäßige Quellentemperatur auch im tiefen Winter
- Hohe Jahresarbeitszahl und damit geringe Stromkosten
- Kein Außengerät, kein Ventilatorgeräusch im Garten
- Bei Sondenanlagen sanftes Kühlen im Sommer möglich
Was zwischen Erdreich und Fußbodenheizung passiert, woran Sie eine effiziente Anlage erkennen und wo die Grenzen liegen.
Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe verbindet drei Kreisläufe. Die Sole holt Wärme aus dem Boden, ein Kältemittel nimmt sie auf und wird von einem Verdichter auf höhere Temperatur gebracht, und das Heizwasser trägt die Wärme schließlich in Räume und Warmwasserspeicher.
Das Prinzip kennen Sie vom Kühlschrank, nur umgekehrt: Der Kühlschrank pumpt Wärme aus seinem Innenraum nach außen, die Wärmepumpe pumpt Wärme aus dem Erdreich ins Haus. Die Antriebsenergie dafür ist Strom. Der größere Teil der Heizwärme stammt aber aus dem Boden und kostet nichts.
Weil die Sole in einem geschlossenen Kreis fließt, kommt sie nicht mit dem Grundwasser in Berührung. Das unterscheidet die Sole-Anlage von einer Grundwasser-Wärmepumpe, die Wasser aus einem Brunnen entnimmt und wieder zurückgibt.
So greifen Solekreis, Kältemittelkreis und Heizkreis ineinander.
Eine Umwälzpumpe schickt die Sole durch Sonde oder Kollektor. Sie erwärmt sich dort um einige Grad und fließt zurück zum Gerät.
Im Verdampfer gibt die Sole ihre Wärme an das Kältemittel ab. Es verdampft schon bei sehr niedriger Temperatur.
Der elektrisch angetriebene Verdichter presst den Dampf zusammen. Dabei steigen Druck und Temperatur deutlich an.
Das heiße Kältemittel gibt seine Wärme an das Heizwasser ab, wird wieder flüssig und entspannt sich. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage über ein ganzes Jahr aus einer Kilowattstunde Strom macht. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme, drei Viertel davon stammen aus dem Erdreich.
Der OÖ Energiesparverband empfiehlt für Wärmepumpen mit Erdreich oder Grundwasser als Quelle eine JAZ von mindestens 4, für Luftwärmepumpen 3,5. Laut klimaaktiv senkt eine JAZ von 4 statt 3 die Stromkosten um rund ein Viertel. Was das in Euro bedeutet, zeigt die Seite Kosten der Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Die Sole-Wasser-Wärmepumpe übernimmt in der Regel Heizung und Warmwasser. Für das Warmwasser muss sie auf eine höhere Temperatur heizen als für die Fußbodenheizung, deshalb arbeitet sie dabei etwas weniger effizient.
Im Sommer kann eine Anlage mit Erdwärmesonde je nach Ausführung auch sanft kühlen. Dabei wird Wärme aus den Räumen über die Fußbodenheizung aufgenommen und in den kühleren Boden abgegeben, oft ohne dass der Verdichter läuft. Ob Ihr Gerät das kann und ob Ihr Heizsystem dafür geeignet ist, klären Sie mit dem Fachbetrieb.
Die Wahl zwischen den beiden Wärmequellen beschreibt Erdwärmepumpe mit Sonde oder Kollektor genauer. Zur Behörde: Tiefsonden fallen unter § 31c Wasserrechtsgesetz und sind in der Regel anzuzeigen. Wien verlangt für die Anzeige etwa eine Heizlastberechnung, Bohrprofil und Pläne und eine Meldung des Bohrbeginns mindestens zwei Wochen vorher an MA 29 und MA 45.
Bosch Österreich empfiehlt eine Wartung je nach Wärmepumpentyp alle ein bis drei Jahre. Geprüft werden unter anderem die elektrischen und hydraulischen Anschlüsse, die Dichtheit des Kältekreises, Filter, Pumpen und Systemdruck, bei Sole-Anlagen zusätzlich der Frostschutz der Sole. Wenn Sie eine neue Anlage planen, können Sie die Wartung gleich mit anfragen: über die Angebotsanfrage für Ihre Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Fachbetriebe aus Ihrer Region prüfen Heizsystem, Vorlauftemperatur und Grundstück und schlagen eine passende Anlage vor. Bis zu drei Angebote, kostenlos.